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A
Akne:
entzündliche Erkrankung der Haut, die in erster Linie die Talgdrüsen und Haarfollikel betrifft und durch Sekretions- und Verhornungsstörungen und eventuelle Vernarbung der Haut gekennzeichnet ist.
antientzündlich:
wirksam gegen Entzündungen bzw. die Eigenschaft verschiedener Substanzen oder Medikamente, Entzündungsreaktionen zu mildern oder zu unterdrücken.
antiparasitär:
wirksam gegen Parasiten wie z. B. Milben bzw. die Eigenschaft bestimmter Substanzen oder Medikamente, Parasiten abzutöten. Bei dem Wirkstoff Ivermectin zur Behandlung von entzündlichen Läsionen (Papeln und Pusteln) bei Rosacea geht man in der Therapie von einem zweifachen Wirkansatz aus: sowohl antientzündlich als auch antiparasitär gegen die Haarbalgmilbe Demodex folliculorum.
Azelainsäure:
Wirkstoff in Form eines Gels (als verschreibungspflichtiges Arzneimittel) zur äußerlichen (topischen) Anwendung auf der Haut für die Behandlung von entzündlichen Läsionen (Papeln und Pusteln) bei Rosacea
B
Blepharitis:
Entzündungen im Bereich der Augenlider, die häufig bei der Augen-Rosacea (Ophthalmo-Rosacea) auftreten.
Brimonidin:
Wirkstoff u. a. in Form eines Gels (als verschreibungspflichtiges Medikament) zur äußerlichen (topischen) Anwendung auf der Haut für die gezielte Behandlung von Gesichtsrötungen (Gesichts-Erythem) bei Rosacea.
Bindegewebsmassage:
Eine Bindegewebsmassage nach Soebye kann bei regelmäßiger Anwendung Rosacea-bedingte Schwellungen der Gesichtshaut abklingen lassen und zu einem verbesserten Hautbild beitragen. Die Gesichtsmassage sollte zunächst von professionellen Kosmetik-Expert:innen durchgeführt werden. Hier können Rosacea-Betroffene lernen, wie sie die Massage selbst zu Hause durchführen können.
C
chronisch:
lang andauernd; chronische Krankheiten entwickeln sich meist langsam und bestehen über einen langen Zeitraum, haben aber teilweise akute Komponenten. Rosacea ist z. B. eine chronische Erkrankung mit anhaltenden Symptomen, bei der es zudem zu akuten Schüben kommen kann.
CLEAR:
in der Rosacea-Therapie bezeichnet „CLEAR“ oder „erscheinungsfrei“ den Zustand von vollständig Symptom-freier Haut: Rosacea-Patient:innen haben keinerlei Papeln und Pusteln und die Haut ist nicht gerötet.
Couperose:
Synonym für erthematös-teleangiektatische Rosacea und den deutschen Begriff „Kupferfinne“. Häufige, chronische Erkrankung in der Gesichtsmitte mit Gesichtsrötung und sogenannten Teleangiektasien („sichtbare, bleibende Äderchen“). Der Begriff Couperose steht im deutschen Sprachgebrauch häufig ausdrücklich für die Ausbildung der feinen sichtbaren Äderchen im Gesicht.
Creme:
Emulsion, die im Gegensatz zur Salbe mehr Wasser als Fett enthält. Sie ist weicher und leichter auf die Haut aufzutragen als eine Salbe.
Chalazion:
Hagelkorn am Lidrand des Auges. Es handelt sich um eine chronische, sogenannte granulomatöse Entzündung, die durch eine Verstopfung der Talgdrüsen im Ober- oder Unterlid entsteht. Ein Hagelkorn verursacht kaum Schmerzen. Behandelt wird es meist durch die Anwendung von Wärme und Augensalben. Bei der Augen-Rosacea (Ophthalmo-Rosacea) können sich Hagelkörner entwickeln – neben Entzündungen der Lidränder (Blepharitis) und/oder der Bindehaut (Konjunktivitis).
D
Demodex folliculorum:
Milbenart aus der Familie der Haarbalgmilben. Sie ist eine der beiden Milbenarten, die die menschliche Haut besiedeln. Demodex folliculorum tritt bei fast jedem Menschen auf und ist normalerweise harmlos, kann aber bei verstärktem Befall Krankheiten auslösen. Auf der Haut vieler von Rosacea betroffener Menschen wurde eine erhöhte Dichte von Demodex-Milben festgestellt. Es wird daher angenommen, dass sie ein zusätzlicher Faktor für die Entzündungsreaktionen bei Rosacea sein können.
Dermatologe/Dermatologin:
Hautarzt/Hautärztin; beschäftigt sich mit Erkrankungen der Haut, Schleimhäute sowie der Hautanhangsorgane, wie Haaren und Nägeln.
Dermatologie:
Lehre von der Haut und ihren Erkrankungen. Griechisch: derma = Haut und logos = das Wort bzw. die Lehre
Dermatose:
Hautkrankheit
Diagnose:
Erkennung und Benennung einer Krankheit
Diagnostik:
Sammelbegriff für Untersuchungen, die zur Feststellung einer Krankheit führen sollen
Doxycyclin:
Antibiotikum aus der Klasse der Tetracycline. Therapie-Konzepte bei Rosacea verwenden niedrig dosiertes, speziell aufbereitetes Doxycyclin. Durch die niedrige Dosierung wirkt die Substanz in dieser Form rein antientzündlich, aber nicht antimikrobiell/antibiotisch. Sie wird daher von Patient:innen gut vertragen und kann über längere Zeit angewendet werden. Zusätzlich kann so das Risiko von Antibiotika-Resistenzen minimiert werden.
Diathese:
erbliche oder erworbene Bereitschaft bzw. Neigung des Körpers zu bestimmten Erkrankungen oder Krankheitszuständen. Die Rosacea beginnt oft mit einer Frühform, der Rosacea-Diathese, meist mit flüchtigen, anfallartigen Rötungen im Gesicht, die durch verschiedene Reize (Trigger) ausgelöst werden. Oftmals werden die flüchtigen Rötungen nicht als erste Anzeichen für Rosacea erkannt.
E
Emulsion:
fein verteiltes Gemisch zweier verschiedener (normalerweise nicht mischbarer) Flüssigkeiten ohne sichtbare Entmischung. Anwendungen für Emulsionen sind Kosmetika und Hautpflegeprodukte oder z. B. auch Mayonnaise. Auch Milch ist eine Emulsion (Fett in Wasser).
erscheinungsfrei:
In der Rosacea-Therapie beschreibt „erscheinungsfrei“ den Zustand von vollständig Symptom-freier Haut. Man nennt diesen Hautzustand auch „CLEAR“. Rosacea-Patient:innen haben keinerlei Papeln und Pusteln und die Haut ist nicht gerötet.
Erythem:
Rötung der Haut, die mit dem bloßen Auge erkennbar ist. Ein Erythem wird durch eine gesteigerte lokale Durchblutung des Hautgewebes hervorgerufen, z. B. als Folge einer Entzündungsreaktion.
F
Flush:
anfallsweise auftretende Rötung (Erythem) der Haut, vor allem im Gesicht oder am Oberkörper
G
Gel:
halbfeste Zubereitungen, die auch in der Kosmetik und Medizin Verwendung finden. Sie können auf Basis von Fetten und Ölen (Oleogele) oder auf Wasserbasis (Hydrogele) vorliegen. Die Konsistenz wird durch sogenannte Gelbildner erhalten.
Gewebshyperplasie:
medizinische Bezeichnung für die Vergrößerung eines Gewebes durch vermehrte Zellteilung und eine damit verbundene Erhöhung der Zellanzahl. Bei der Rosacea beobachtet man die Gewebshyperplasie z. B. beim „Rhinophym“, der sogenannten Knollennase, einem Symptom, von dem vornehmlich Männer betroffen sein können.
Glandulär-hyperplastische Rosacea:
Krankheitsausprägung der Rosacea, die durch Bindegewebs- und Talgdrüsenvergrößerungen gekennzeichnet ist. Diese, können sich als knollenartige Hautverdickungen, den sogenannten „Phymen“, und/oder Schwellungen äußern. Vor allem bei Männern kann es im Spätstadium z. B. zu einer Knollennase, einem sogenannten „Rhinophym“, kommen. „Phyme“ können auch an Kinn/Kiefer, Stirn, Ohr und Augenlid vorkommen.
Gnatophym:
Hautverdickung bzw. „Phym“ am Kinn; seltene Krankheitsausprägung der Rosacea, die durch Bindegewebs- und Talgdrüsenvergrößerung gekennzeichnet ist.
H
Hauterkrankung:
Erkrankung der Haut und ihrer Anhangsorgane (Haare, Nägel, Talgdrüsen, Schweißdrüsen); medizinisch auch Dermatose genannt
Hautkommensale:
ein Kommensale („Mitesser“) ist ein Lebewesen, das sich von den Nahrungsrückständen eines Wirtsorganismus ernährt, ihn dabei aber nicht schädigt. Die Haarbalgmilbe Demodex folliculorum ist ein Hautkommensale, der bei fast jedem Menschen auftritt, normalerweise harmlos ist, aber bei starkem Befall Krankheiten auslösen kann.
Haut:
das größte Sinnesorgan des Menschen mit einer Gesamtfläche von bis zu 2 m2. Die Haut ist in mehreren Schichten aufgebaut: Die Unterhaut (Subcutis) enthält die größten Blutgefäße und Nerven und bildet die Basis für die darüber liegenden Hautschichten. Auf sie folgt die Lederhaut (Dermis). Sie besteht überwiegend aus Bindegewebsfasern und dient der Ernährung und Verankerung der Oberhaut (Epidermis). Diese oberste Hautschicht ist ca. 0,03 bis 0.75 Millimeter dick. Die Haut schützt den Körper vor äußeren Einflüssen. Sie ist wind- und wasserfest, dehnbar, atmungsaktiv, selbstheilend, regelt die Körpertemperatur und besitzt einen natürlichen Schutz vor UV-Strahlung.
I
IGA-Score:
fünf-stufiger Investigator Global Assessment (IGA) Score. Mit dem IGA-Score wird die Ausprägung von Rosacea durch Ärzt:innen beurteilt, um den Erfolg der Rosacea-Behandlung feststellen zu können. Bei einem IGA von 1 („fast erscheinungsfrei“) wird eine Rosacea-Therapie in der Regel bereits als erfolgreich eingestuft. Patient:innen weisen aber noch wenige Symptome auf. Somit ist für viele Betroffene „fast erscheinungsfrei“ als Therapieziel nicht genug. Erst beim IGA von 0 sind Patient:innen CLEAR („erscheinungsfrei“), d. h. komplett ohne Rötungen, Papeln oder Pusteln. Bei den IGA-Stufen 2 bis 4 haben Patient:innen noch wenige, kleine Papeln und Pusteln und milde Rötungen bis hin zu vielen kleinen und großen Papeln und Pusteln und starke Rötungen – und die Therapie wird als noch nicht erfolgreich eingestuft.
Ivermectin:
Wirkstoff zur äußerlichen (topischen) Behandlung von entzündlichen Läsionen (Papeln und Pusteln) bei Rosacea. Bei Ivermectin geht man in der Therapie der Rosacea von einem zweifachen Wirkansatz aus: sowohl antientzündlich als auch antiparasitär gegen die Haarbalgmilbe Demodex folliculorum.
J
Juckreiz:
eine hautspezifische Empfindung, die eine Abwehrreaktion (Kratzen zur Juckreizhemmung) auslöst. Histamin sowie veränderte Hautdurchblutung scheinen an der Entstehung von Juckreiz beteiligt zu sein. Juckreiz ist eine der Begleiterscheinungen der Hautkrankheit Rosacea und zählt neben Brennen und Schmerzen zu den unsichtbaren Symptomen der chronischen Hautkrankheit.
K
Keratitis:
Hornhautentzündung
Konjunktivitis:
Bindehautentzündung, die häufig bei der Augen-Rosacea (Ophthalmo-Rosacea) auftritt.
Kupferfinne/Kupferrose:
Synonym für die Rosacea des erythemato-teleangiektatischen Phänotyps
Komedonen:
umgangssprachlich Mitesser genannt (lat. comedere "essen", "mitessen", "verzehren"), nicht entzündliche krankhafte Veränderungen der Haut. Es handelt sich dabei um erweiterte Haarkanäle (Haarfollikel), die mit Keratin und Talg gefüllt sind. Komedonen können allein auftreten oder in Zusammenhang mit einer Akne. Für die Pflege der empfindlichen Rosacea-Haut werden Pflegeprodukte mit der Kennzeichnung „Nicht komedogen“ empfohlen. Diese Produkte weisen meistens eine leichtere Textur auf oder enthalten weniger fette Öle, um das Auftreten von Komedonen zu verhindern.
L
Laserbehandlung:
Bei Rosacea können mit einer Laserbehandlung Symptome wie erweiterte Äderchen und Rötungen reduziert werden. Die Wirkung auf die erweiterten Äderchen ist sehr gut, auf flächige Rötungen jedoch eher gering. Auch „Phyme“ können mit einem Laser abgetragen werden. Ob eine Laserbehandlung geeignet ist und welche Art der Behandlung in Frage kommt, muss im Einzelfall gemeinsam mit der Hautärztin oder dem Hautarzt entschieden werden. Die Kosten für eine Lasertherapie werden allerdings im Regelfall nicht von den Gesetzlichen Krankenkassen übernommen.
Läsion:
medizinischer Begriff für Schädigung, Verletzung, krankhafte Veränderung oder Störung einer anatonischen Struktur (z. B. im Falle der Haut:Papeln, Pusteln)
Lotion:
äußerlich anzuwendende flüssige wässrige oder wässrig-alkoholische Zubereitung mit pharmazeutischen Wirk- und Hilfsstoffen. Lotionen dienen der Reinigung, Behandlung oder Pflege der Haut. Als Lotion wird umgangssprachlich häufig auch eine äußerlich anzuwendende Öl-in-Wasser-Emulsion bezeichnet.
Lupus erythematodes:
Der Lupus erythematodes (Hautlupus) ist eine sogenannte systemische Autoimmunerkrankung. Bei diesen Erkrankungen richtet sich das Immunsystem gegen den eigenen Körper. In Deutschland ist ca. eine von 1.000 Frauen und einer von 10.000 Männern betroffen. Der Hautlupus hat viel Ähnlichkeit mit der Rosacea: Störungen im angeborenen Immunsystem zählen ebenfalls zu den vielfältigen Ursachen der Rosacea. Eine schmetterlingsförmige Rötung über beide Wangen und Nase ist typisch für beide Krankheiten, ebenso das Jucken und Brennen der Haut, wohingegen eine Hautschuppung eher kennzeichnend für den Hautlupus ist. Zudem verläuft ein Hautlupus ebenfalls meist schubweise und tritt verstärkt durch Sonnenlicht auf. Da der Hautlupus zu den Autoimmunkrankheiten zählt, ist er von erfahrenen Dermatolog:innen bzw. Rheumatolog:innen anhand bestimmter Blutwerte zu erkennen. Auch seine Behandlung ist möglich, die allerdings je nach Intensität der Symptome unterschiedlich sein kann.
M
Metronidazol:
antientzündlicher Wirkstoff zur äußerlichen (topischen) Behandlung der Rosacea, der als verschreibungspflichtiges Medikament in Form von Lotion, Creme oder Gel zur Verfügung steht.
N
Nasolabialfalte:
Nasenlippenfalte bzw. Falte im Gesicht vom Außenrand des Nasenflügels zum Mundwinkel. Die Nasolabialfalte ist einer der vier Ansatzpunkte für die Gesichts- bzw. Bindegewebsmassage nach Soebye.
Nebenwirkung:
in der Regel unerwünschte Wirkungen eines Medikaments, die zusätzlich zur gewünschten Hauptwirkung auftreten können. Bei einer Nebenwirkung besteht immer der Verdacht auf einen ursächlichen Zusammenhang mit der Einnahme des Medikaments. Die Nebenwirkungen eines Arzneistoffs bestimmen sein Nebenwirkungsprofil und damit seine Verträglichkeit. Bei Verdacht auf Nebenwirkungen eines Medikaments sollten sich Patient:innen immer umgehend mit ihren Ärzt:innen oder Apotheker:innen beraten.
O
Ophthalmo-Rosacea:
Krankheitsausprägung der Rosacea, bei der die Augen in Mitleidenschaft gezogen sind. Die Symptome sind zu Beginn häufig unspezifisch: Fremdkörpergefühl, trockene, brennende oder tränende Augen, geröteter Lidrand. Da eine Augen-Rosacea auch vor den Hauterscheinungen auftreten kann, wird sie häufig übersehen. Bei der Augen-Rosacea können – neben Entzündungen der Lidränder (Blepharitis) und/oder der Bindehaut (Konjunktivitis) – auch Hagelkörner (Chalazione) auftreten. Rosacea-Betroffene mit Symptomen an den Augen sollten eine/n Augenärztin/Augenarzt (Ophthalmolog:innen) aufsuchen.
Ophthalmologe/Opthalmologin:
Augenarzt/Augenärztin
Otophym:
Hautverdickung bzw. „Phym“ am Ohr, seltene Krankheitsausprägung der Rosacea, die durch Bindegewebs- und Talgdrüsenvergrößerung gekennzeichnet ist.
P
Papel:
entzündliche Hautläsion, solide Erhabenheit der Haut, kleine, etwa erbsengroße Hautknötchen. Papeln sind eines der sichtbaren Symptome bei der Rosacea des papulopustolösen Phänotyps.
Peeling:
eine kosmetische oder dermatologische Behandlung, bei der oberflächliche Schichten der Haut flächig entfernt werden. Auch Schälkur genannt. Englisch: to peel = schälen bzw. pellen. Für Rosacea-Patienten geeignet sind enzymatische Peelings mit Pflanzenextrakten aus den Schalen und Kernen der Papayafrucht (Papain) und aus der Ananas (Bromelain), die unter Zuführung von Wasser einen „Schäleffekt“ hervorrufen. Dabei werden die Poren gründlich gereinigt, aber die Durchblutung der Haut nur minimal angeregt. In der Regel kommt es weder zu Rötungen noch zu einem Kribbeln auf der Haut.
Phym:
eine Bindegewebsvermehrung mit Talgdrüsenvergrößerung und somit eine grobporig verdickte Haut, z. B. als Rhinophym („Knollennase“). Griechisch: Phyma = Knolle, Schwellung oder Masse
Pustel:
entzündliche Hautläsion, mit Eiter gefüllter Hohlraum der Haut bzw. kleine Eiterbläschen der Haut. Pusteln sind eines der sichtbaren Symptome bei der Rosacea des papulopustolösen Phänotyps.
Periorale Dermatitis:
Die periorale Dermatitis (POD) ist eine rund um den Mund („perioral“) liegende Hautveränderung; eine mit Papeln und Pusteln einhergehende Hautentzündung unklarer Entstehung. Betroffen sind vor allem Frauen um das 3. Lebensjahrzehnt. Die genaue Ursache dieser Hautkrankheit ist noch unbekannt. Die POD wird häufig auch „Stewardessenkrankheit“ genannt, weil man klischeehaft davon ausgeht, dass Flugbegleiterinnen sich viel schminken und unter Stress stehen – ideale Bedingungen für eine POD. Sie ist der Rosacea in ihrem Erscheinungsbild sehr ähnlich. Eine POD entsteht durch falsche, in der Regel übermäßige Pflege der Haut oder durch zu starkes Schminken. Es kommt zu einer Verschiebung im Hautmikrobiom, in deren Folge sogenannte Seropapeln, also kleine Quaddeln mit Bläschen, auftreten. Wie bei Rosacea sollte die POD in der hautärztlichen Praxis diagnostiziert und behandelt werden.
Phänotyp:
als Phänotyp bezeichnet man das Erscheinungsbild eines Organismus. Der sogenannte klinische Phänotyp umfasst jedes vom Arzt beobachtbare Merkmal einer Krankheit.
Q
Quellenangaben:
ein Hinweis auf Texte, Gegenstände oder Fakten, auf die sich eine schriftliche Ausführung stützt und die sie ggf. in Teilen übernimmt. Als Quellen eignen sich z. B. Artikel aus Fachzeitschriften, Büchern, Leitlinien und Weblinks. Dadurch wird nachvollziehbar, worauf sich die Argumentation in einem Text stützt. Leser:innen können zudem anhand der Quellennachweise nachprüfen, ob Informationen korrekt sind und zu eigenen Schlüssen kommen. Diese Transparenz und die Überprüfbarkeit einer Aussage sind wichtige Grundsätze bei der Informationsvermittlung. Hier auf der Website von „Aktiv gegen Rosacea“ werden die Quellenangaben in der Regel als Einzelverweise angegeben, die als hochgestellte Ziffern im Fließtext erscheinen. Die bibliographischen Angaben werden am Ende des Artikels aufgelistet. Diese Form der Quellenangabe bietet sich besonders an, wenn man konkrete Zahlen angibt oder sich auf eine bestimmte Studie bezieht. Folgende Angaben sollten bei verschiedenen Typen von Quellen mindestens genannt werden: Wissenschaftliche Quellen wie Originalarbeiten (Autor, Titel, Zeitschrift, Jahr), Bücher: (Autor, Titel, Auflage, Jahr), Onlinequelle (Link zur Quelle, Abrufdatum).
R
Rezidiv:
als Rezidiv bezeichnet man das Wiederauftreten einer physischen oder psychischen Erkrankung nach ihrer zeitweiligen Abheilung. Das erneute Auftreten von Rosacea-Schüben nach erfolgreicher Therapie ist ein sogenanntes Rezidiv.
Rhinophym:
gerötete, knollenförmige Verdickung der Nasenspitze, die überwiegend bei von Rosacea betroffenen Männern in höherem Lebensalter auftritt; im Volksmund auch „Knollennase“ genannt
Rosacea erythematosa-teleangiectatica (Synonym: Couperose, Kupferfinne):
Krankheitsausprägung der Rosacea, bei der die Gesichtsrötungen vornehmlich gleichzeitig auf Stirn, Nase, Kinn und Wangen länger anhalten oder dauerhaft auftreten. Zusätzlich werden erweiterte Äderchen, die sogenannten „Teleangiektasien“, sichtbar. Die betroffenen Hautstellen können brennen, stechen und/oder jucken. Zudem ist die Haut häufig trocken und/oder schuppig.
Rosacea papulopustulosa:
Krankheitsausprägung der Rosacea, die – meistens zusätzlich zu anhaltenden Gesichtsrötungen – durch das Auftreten entzündlich geröteter, in der Regel symmetrisch angeordneter Papeln und/oder Pusteln gekennzeichnet ist. Die Papeln und Pusteln können über mehrere Wochen oder Monate anhalten und treten immer wieder auf. Diese Form der Rosacea wird oft mit Akne verwechselt. Im Gegensatz zur Akne sind die Papeln und/oder Pusteln allerdings keine Folge von entzündeten Talgdrüsenfollikeln; es treten auch keine Mitesser (Komedonen) auf.
Rosacea/Rosazea:
chronische, schubhaft verlaufende, entzündliche Hauterkrankung (Dermatose) vornehmlich des Gesichts (Stirn, Nase, Kinn und Wangen). Typische Krankheitsanzeichen sind Entzündungserscheinungen der Haut wie anhaltende Rötungen, Papeln (Knötchen) und Pusteln (Bläschen), sichtbare Äderchen und/oder Schwellungen (Ödeme). Sie tritt in erster Linie bei Erwachsenen des mittleren Lebensalters mit hellem Hauttyp auf. Die Dermatose kann anhand der klinischen Ausprägung in sich klar und deutlich unterscheidende Subtypen unterteilt werden, welche meist auch in chronologischer Reihenfolge auftreten. In Deutschland leiden etwa zehn Millionen Menschen an Rosacea.
Rosacea des erythemato-teleangiektatischen Phänotyps (Synonym: Couperose, Kupferfinne):
Krankheitsausprägung der Rosacea, bei der die Gesichtsrötungen vornehmlich gleichzeitig auf Stirn, Nase, Kinn und Wangen länger anhalten oder dauerhaft auftreten. Zusätzlich werden erweiterte Äderchen, die sogenannten „Teleangiektasien“, sichtbar. Die betroffenen Hautstellen können brennen, stechen und/oder jucken. Zudem ist die Haut häufig trocken und/oder schuppig.
Rosacea des papulopustulösen Phänotyps:
Krankheitsausprägung der Rosacea, die – meistens zusätzlich zu anhaltenden Gesichtsrötungen – durch das Auftreten entzündlich geröteter, in der Regel symmetrisch angeordneter Papeln und/oder Pusteln gekennzeichnet ist. Die Papeln und Pusteln können über mehrere Wochen oder Monate anhalten und treten immer wieder auf. Diese Form der Rosacea wird oft mit Akne verwechselt. Im Gegensatz zur Akne sind die Papeln und/oder Pusteln allerdings keine Folge von entzündeten Talgdrüsenfollikeln; es treten auch keine Mitesser (Komedonen) auf. Die papulopustulöse Komponente kann sich unter Therapie oder auch spontan narbenlos zurückbilden, jedoch häuft sich im Verlauf unbehandelt die Zahl der Schübe mit zunehmender Schwere.
Rosacea des phymatösen bzw. glandulär-hyperplastischen Phänotyps:
Krankheitsausprägung der Rosacea, die durch Bindegewebs- und Talgdrüsenvergrößerungen gekennzeichnet ist. Diese, können sich als knollenartige Hautverdickungen, den sogenannten „Phymen“, und/oder Schwellungen äußern. Vor allem bei Männern kann es im Spätstadium z. B. zu einer Knollennase, einem sogenannten „Rhinophym“, kommen. „Phyme“ können auch an Kinn/Kiefer, Stirn, Ohr und Augenlid vorkommen.
S
Salbe:
Emulsion, in der der Fettanteil deutlich höher ist als der Wasseranteil. Eine Salbe ist damit gut geeignet, um fettlösliche Medikamente auf der Haut aufzubringen.
Symptom:
Krankheitsanzeichen. Bei Rosacea zählen anhaltende Rötungen sowie Papeln und Pusteln im Gesicht zu den sichtbaren Symptomen. Darüber hinaus leiden viele Patient:innen auch an unsichtbaren Symptome wie juckende, brennende oder schmerzende Haut, emotionalem Stress, Ängsten oder Mangel an Selbstbewusstsein.
Syndet:
synthetische, waschaktive Substanzen (zusammengesetzter Begriff aus synthetische Detergenzien), denen eine besondere Hautschonung und Eignung für Allergiker:innen zugesprochen wird.
Stigmatisierung:
Der Fachbegriff „Stigmatisierung“ bedeutet, jemanden aufgrund von (äußerlichen) Merkmalen sehr negativ oder ablehnend zu beurteilen. Viele Rosacea-Patient:innen kennen das Gefühl der Stigmatisierung, denn die chronische Hautkrankheit mit Rötungen sowie Papeln und Pusteln im Gesicht ist für das Umfeld immer sichtbar. Eine Online-Umfrage aus dem Jahr 2021 (Galderma, Data on file. Online-Umfrage im September 2021 von faceuptorosacea.com und stelldichdeinerrosacea.de E-Mail-Abonnent:innen; 153 Teilnehmer:innen aus Deutschland) zeigt: 55 % aller Rosacea-Patient:innen fühlen sich aufgrund ihrer Rosacea stigmatisiert. Zudem bestätigt die Umfrage, dass bei der Mehrzahl der Teilnehmer:innen (78 %) das Gefühl der Stigmatisierung durch Rosacea ihr geistiges und emotionales Wohlbefinden beeinträchtigt.
T
Teleangiektasie:
bleibende, sichtbare Erweiterung kleiner, oberflächlicher Hautgefäße
Therapie:
Behandlung einer Krankheit
Topische Therapie:
Behandlungsform, bei der ein Wirkstoff auf die Haut aufgebracht wird. Meist geschieht dies in Form einer Salbe, einer Creme, eines Gels oder einer Lotion.
Trigger/Triggerfaktor:
Schlüsselreiz bzw. Auslöser eines Körpervorgangs oder einer Erkrankung. Typische Trigger, die bei Rosacea zu einem Schub führen können, sind Sonne bzw. UV-Strahlung, Sport, bestimmte Lebensmittel bzw. scharfe Gewürze, Alkohol oder starke Temperaturschwankungen. Bei jedem/jeder Rosacea-Patient:in sind die Auslöser individuell verschieden und können sich auch mit der Zeit verändern.
U
UV-Strahlung/Ultraviolettes Licht:
UV-Strahlung ist die Abkürzung für "ultraviolette Strahlung". Diese natürlich vorkommende Strahlung ist energiereicher und kurzwelliger als sichtbares Licht und kann vom menschlichen Auge nicht wahrgenommen werden. Je nach Wellenlänge des Lichtes unterscheidet man UV-A-, UV-B- und UV-C-Strahlung. 95 Prozent der auf der Erdoberfläche ankommenden UV-Strahlen sind UVA-Strahlen. UVA-Licht verursacht vorwiegend chronische Hautschäden und allergieähnliche Reaktionen. Insbesondere lichtempfindliche Haut benötigt ein Sonnenschutzprodukt, das neben dem UVB-Anteil auch diesen Bereich abdeckt. UVB ist kurzwelliger, energiereicher und aggressiver als UVA. Typische Folgen übermäßiger UVB-Einstrahlung sind akute Schäden, z. B. Sonnenbrand, oder langfristig auch bösartige Veränderungen wie schwarzer und heller Hautkrebs und seine Frühformen.
V
Vasodilatation:
unter Vasodilatation versteht man die "Ausdehnung" bzw. "Erweiterung" (Dilatation) von Blutgefäßen, d.h. die Vergrößerung des Durchmessers der Gefäße. Das Gegenteil der Vasodilatation ist die Vasokonstriktion (Verengung von Blutgefäßen). Die für die Rosacea typischen anhaltenden, flächigen Rötungen (Gesichts-Erythem) werden durch fehlregulierte Erweiterungen der kleinen, oberflächlichen Blutgefäße in der Haut hervorgerufen. Sie sind nicht als einzelne Gefäße erkennbar, geben der Haut aber flächig die rote Farbe. Ein Verblassen findet erst statt, wenn sich die Gefäße wieder zusammenziehen. Es können bei der Erkrankung auch dauerhaft sichtbar erweiterte Äderchen auftreten. Diese als Teleangiektasien bezeichneten Äderchen haben die Fähigkeit verloren, sich zusammenzuziehen. Zusätzlich können auch Brennen, Stechen, Juckreiz oder Trockenheit der betroffenen Hautstellen auftreten. Der medizinische Begriff dieser Krankheitsausprägung lautet Rosacea des erythemato-teleangiektatischen Phänotyps.
Verträglichkeit:
die störungsfreie Wechselwirkung von Substanzen. In der Medizin bedeutet Verträglichkeit meist die Auswirkung eines Medikaments auf das Allgemeinbefinden. Gute Verträglichkeit liegt vor, wenn das Allgemeinbefinden und die Lebensqualität von Patient:innen nicht oder nur geringfügig beeinträchtigt werden. Hat ein Medikament viele Nebenwirkungen, spricht man von schlechter Verträglichkeit.
W
Wetterempfindlichkeit:
allgemeine Befindlichkeitsstörungen von Menschen als Reaktion auf das Wetter. Zumeist reagieren die Menschen auf einen Wetterwechsel, wobei die körperlichen Reaktionen inter- und intraindividuell sehr vielfältig sein können. Wetterempfindlichkeit betrifft Menschen mit einer zumeist chronischen Erkrankung, deren Beschwerden durch das Wetter beeinflusst werden. Besonders bei Erkrankungen mit schubweisem Verlauf können durch Wettereinflüsse Beschwerden ausgelöst werden, so zum Beispiel auch bei Rosacea. Hier sind starke Hitze und Sonneneinstrahlung und/oder Kälte, Wind und Nässe oft Auslöser für Rosacea-Schübe.
Wirksamkeit:
in der Medizin die Fähigkeit eines Verfahrens oder einer Substanz, eine Veränderung hervorzurufen bzw. Krankheiten günstig zu beeinflussen. Die Veränderung kann biochemische Abläufe, Zellen, Gewebe oder ganze Organismen betreffen. Bezieht sich die Wirksamkeit auf ein Behandlungsverfahren, spricht man von einer therapeutischen Wirksamkeit. Die Wirksamkeit von Arzneimitteln muss vor ihrer Zulassung durch pharmakologische und klinische Studien belegt werden. Dabei definiert man bestimmte Endpunkte, z. B. die Reduktion bestimmter Symptome einer Erkrankung. Die Wirksamkeit eines Arzneistoffs gilt dadurch als belegt, dass er einen bestimmten Endpunkt erreicht.
X
x, X:
an dieser Stelle erfahren Sie Wissenswertes rund um den Buchstaben „x, X“, da es keinen medizinischen Fachbegriff gibt, der mit „X“ anfängt und im Zusammenhang mit Rosacea steht. X ist der 24. Buchstabe des modernen lateinischen Alphabets. Der Buchstabe X hat in deutschen Texten eine durchschnittliche Häufigkeit von 0,03 %. Er ist damit der 26. häufigste und somit zweitseltenste Buchstabe in deutschen Texten. Nachfolgend einige interessante Beispiele zur Bedeutung und Verwendung des Buchstaben „x, X“: X als römisches Zahlzeichen bedeutet „10“. Durch das X werden hier, so eine Erklärung, zwei gespreizte Hände dargestellt, d. h. zweimal fünf Finger., In mathematischen Formeln steht das x für eine unbekannte Größe., Auf Tastaturen wird x als Operatorsymbol für die Multiplikation von Zahlen verwendet., X wird häufig für Extra eingesetzt, z. B. bei der Kleidergröße XL (Extra-Large). , X steht im allgemeinen Sprachgebrauch oft für Unbekanntes oder Mysteriöses, z. B. Herr X, Stunde X, Akte X, Terra X. , Wilhelm Conrad Röntgen bezeichnete die von ihm entdeckten Röntgenstrahlen zunächst als X-Strahlen und auch heute noch wird die Röntgenstrahlen als X-Ray-Strahlung bezeichnet. , X-Men sind Mutanten in einer Comic-Reihe., Ein x-beliebiger Mensch ist irgendeine Person aus der Menge., Wenn man etwas x-mal sagt, heißt das, dass man sich unzählige Male wiederholt., Bekannt ist Xanthippe, die wohl äußerst zänkische und deswegen bekannte Frau des Sokrates, deren Name eines der wenigen im Deutschen bekannten Worte ist, die mit X beginnen.
Y
Yoga:
Yoga ist eine philosophische Lehre, die ursprünglich aus Indien stammt. Sie umfasst körperliche und geistige Übungen, die zur Kräftigung der Muskulatur, Verbesserung der Balance und Beweglichkeit und zur Meditation eingesetzt werden. Unter dem Begriff Yoga finden sich heute verschiedene Übungsverfahren, welche die Gesamtheit menschlicher Erfahrungsbereiche abdecken. „Das“ bzw. „den“ Yoga gibt es nicht. Selbst in seiner Ursprungsregion, dem indischen Subkontinent, hat nie eine einheitliche Auffassung von Yoga bestanden. Moderne und bekannte Yoga-Formen sind das Hatha-Yoga und das Vinyasa-Yoga, die im Vergleich zu anderen Formen wie z. B. dem Yin-Yoga oder Jnana-Yoga sehr körperbetont sind, also auf Kräftigung ausgelegt sind. Für viele Rosacea-Betroffene ist Yoga eine geeignete Sportart bzw. gibt Yoga Patient:innen die Möglichkeit, sich gesund und maßvoll körperlich zu bewegen, ohne den Kreislauf so stark anzuregen, dass sie einen Schub riskieren. Zudem kann regelmäßiges Yoga zur Reduktion von Stress beitragen.
Z
Zentralnervensystem:
als Zentralnervensystem, kurz ZNS, des Menschen bezeichnet man die im Gehirn und Rückenmark gelegenen Nervenstrukturen, in denen die Reizverarbeitung stattfindet, d. h. die Koordination der aus der Peripherie einlaufenden sensorischen Reize. Zudem ist das ZNS der Ort des unbewussten und bewussten Denkens und ermöglicht dem Menschen eine gezielte Reaktion auf die Umweltbedingungen. Man geht heute davon aus, dass bei der Entstehung der Rosacea auch Störungen bei der Reizweiterleitung im ZNS eine Rolle spielen – neben erblichen Veranlagungen, Störungen im Immunsystem sowie Veränderungen der Blut- und Lymphgefäßregulation. Dabei können diese Prozesse eng miteinander verzahnt sein.
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